Meine Erfahrungen mit der Dana RS (Teil 1)

Diesen Blogpost hatte ich schon eine Weile lang geplant. Da ich aber ein ziemlich schreibfauler Blogger geworden bin ist mir Beate mit ihrem Post über ihre Dana RS zuvorgekommen.
Hier geht es zu Beates Blogpost.

Macht aber nix. Denn die von ihr aufgezählten Vor- und Nachteile decken sich sehr weit mit den von mir gemachten Erfahrungen.
Ich habe mich für die Dana RS aus dem gleichen Grund entschieden wie die meisten anderen auch. Nämlich weil sie von allen derzeit am Markt verfügbaren Pumpen am besten aufs Loopen vorbereitet ist.
Würde ich sie nicht fürs Loopen nutzen, wäre sie, wenn man mal ihre „Größe“ und ihr geringes Gewicht unberücksichtigt lässt, deutlich unattraktiver. Das klingt jetzt sehr negativ. So ist es aber ganz und gar nicht gemeint. Denn …..

Zum Loopen ist die RS perfekt

Dana RS Insulinpumpe
Dana RS Insulinpumpe

Um es gleich vorwegzuschicken. Meine Werte waren bereits vor dem Einsatz des Hybrid Closed Loops nicht zu schlecht. Aber seitdem ich loope habe ich Werte, wie ich sie selten zuvor hatte. Über 80% Time in Range – bei einer Range von 80-140 mg/dl – und gleichzeitig kaum noch Hypos. Das spricht für sich. Leider musste ich dafür die Diabetologin wechseln weil meine ehemalige Diabetologin sich als Angestellte einer Klinik an die Vorgaben ihres Arbeitgebers halten musste und die Dana nicht verordnen durfte. Meine neue Diabetologin ist ihr eigener Arbeitgeber und sie bestärkt mich angesichts der guten Resultate weiterzumachen, auch wenn ihr das aus rein juristischer Sicht Probleme bereiten könnte.

Das Zusammenwirken mit AAPS funktioniert so gut, dass ich die Pumpe selbst eigentlich nur noch zum Reservoir- und Infusionssetwechsel in die Hand nehmen muss. Das Loopen kann sie ziemlich perfekt.

Beate schreibt, dass sie die Pumpe hässlich findet. Soweit möchte ich nicht gehen. Sie besticht halt durch ihre geringen Abmessungen und ihr geringes Gewicht. Meine Pumpen trage ich üblicherweise in der Hosentasche und da fällt sie kaum auf. Einzig der verwendete weiße Kunststoff könnte etwas schicker sein. Das Material passt besser zu einem Pürierstab oder einem anderen Küchengerät. Da die Stärken der Dana aber im Loopen liegen, hat das Design für mich nur eine geringe Bedeutung. Insgesamt gehe ich das ganze Thema ziemlich pragmatisch an weil es keine ideale Lösung für alles gibt und wahrscheinlich niemals geben wird.

Die Eigenschaften abseits des Loopens

Übrig bleiben für mich somit die relevanten Punkte:
– Reservoirwechsel und Gewindestange
– Infusionssets

In diesem ersten Teil des Blogposts widme ich mich dem Thema Reservoirwechsel.

Am Anfang fand ich das Befüllen der Reservoirs komisch. Von einer Medtronic Veo kommend hatte ich ungewohnt viel Geraffel vor mir liegen wenn ich das Reservoir wechseln wollte. Im Laufe der Zeit hat sich das meiste davon aber als absolut problemlos erwiesen.
In der Zwischenzeit empfinde ich das reine Befüllen der Reservoirs als vorteilhafter als bei der Veo und es ist auch nicht langsamer.
Ich kann nämlich die Reservoire der Dana einfacher absolut blasenfrei füllen als bei der Veo. Der Grund liegt meiner Meinung nach darin, dass die Dana Reservoire die Tülle haben, auf die der Lueradapter aufgedreht wird. In diese Anschlusstülle steigen beim Befüllen und vorsichtigem Losklopfen eventueller Blasen eben diese auf und können gesammelt in die Insulinampulle entsorgt werden. Das geht aus meiner Sicht einfacher und effizienter als bei meiner alten Veo. Insofern aus meiner Sicht ein Pluspunkt für die Dana.

Das Justieren der Gewindestange

Etwas schwieriger wird es dann wieder beim Einsetzen des Reservoirs und beim Einstellen der Gewindestange. Man sagt die Gewindestange ermöglicht die kompakte Konstruktion der Pumpe. Es mutet etwas antiquiert an, wenn man mit der Gewindestange hantiert. Es sieht aber schlimmer aus als es in Wirklichkeit ist und für mein Empfinden ist es auch keine große Sache, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat.
Ob man nun den mitgelieferten Easy Setter benutzt oder die Gewindestange von Hand in die erforderliche Position dreht und justiert macht letztlich keinen großen Unterschied. Festgestellt habe ich aber, dass das Justieren auch mit dem Setter nicht in jedem Fall exakt ist.

Der Knackpunkt ist, dass die Pumpe nicht wie die Veo automatisch weiß wie der Füllstand des Reservoirs ist sondern man muss es ihr manuell mitteilen. Man liest also am Reservoir den Füllstand ab und laut Handbuch empfiehlt der Hersteller Sooil von diesem Wert 20 Einheiten abzuziehen und diesen Wert als Füllstand in die Pumpe einzugeben. Also bei einem abgelesenen Wert von 300 Einheiten soll man 280 Einheiten eingeben.

Das Ganze hat also eine gewisse Ungenauigkeit in der Füllstandsanzeige zur Folge. Nachteilig ist auch, dass man im Sichtfenster bei Füllständen von unter 100 Einheiten nicht mehr sehen kann, wieviele Einheiten tatsächlich noch im Reservoir sind.

Verstopfungsalarm ohne Verstopfung

Nun kann es zu folgender Situation kommen. Man justiert die Gewindestange mit dem Setter und setzt das Reservoir mitsamt Stange in die Pumpe und schraubt das Reservoirfach zu. Mein Pumpentrainer hat mir während der Einweisung empfohlen, die Pumpe dann leicht hin und her zu schütteln um zu fühlen, ob das Reservoir axiales Spiel in der Pumpe hat. Hört man dabei ein leichtes Klackgeräusch, sitzt die gesamte Einheit noch nicht optimal. In dem Fall solle man das Reservoir nochmal entnehmen und die Gewindestange von Hand noch etwas weiter herausdrehen. Das solle man solange wiederholen, bis das Klackergeräusch nicht mehr auftritt.
Die Gewindestange kann nämlich erst anfangen den Reservoirkolben nach vorne zu schieben, also Insulin zu fördern, wenn sie sich unten im Antrieb axial abstützen kann. Das kann sie noch nicht, solange es beim angesprochenen Test noch klackert.
Belässt man es beim Klappern, geschieht beim Entlüften des Schlauches folgendes. Die Pumpe dreht an der Gewindestange. Mangels noch nicht erreichter axialer Abstützung wird nun der Reservoirkolben noch nicht nach vorne geschoben, sondern die Gewindestange schiebt sich aus dem Reservoir heraus bis sie sich unten im Antrieb axial abstützt.

Es gibt aber einen entscheidenden Unterschied. Im ersteren Fall verändert man die eingegebene Füllmenge in der Pumpe nicht, weil die Pumpe ja gar nichts davon mitbekommt wenn man die Gewindestange von Hand justiert. Für die Pumpensteuerung hätte man also nach wie vor 280 Einheiten im Reservoir, die Gewindestange würde aber schon ein wenig weiter aus dem Reservoir herausschauen oder anders ausgedrückt, ein Teil des maximalen Weges, den die Gewindestange zurücklegen kann, hat man schon verbraucht ohne dass der Füllstand von der Pumpe runtergezählt wurde.

Im zweiten Fall lässt man einfach den Schlauch füllen. Dabei wird die Füllmenge im Pumpenspeicher schon rechnerisch reduziert obwohl eventuell noch gar kein Insulin in den Schlauch fließt, weil die Gewindestange ja erst Druck aufbauen kann, wenn sie sich unten im Antrieb abstützt. In diesem Fall hätte man am Ende unter Umständen noch mehr Insulin im Reservoir als das Display der Pumpe anzeigt.

2 Szenarien

So habe ich in der Praxis schon unterschiedliche Szenarien am Ende der Füllmenge erlebt.

Es kann passieren, dass die Füllmenge am Ende zwar niedrig aber noch ausreichend ist und man bekommt einen Verstopfungsalarm. Das passiert gerne, wenn man das Klackgeräusch durch manuelles Einstellen entfernt hat. Dann fehlen der Gewindestange am Ende eben diese paar Windungen die man zuvor korrigiert hat. Das Gewinde ist schlichtweg zu Ende und die Pumpe interpretiert den Widerstand als Verstopfung. In diesen Fällen hatte ich immer noch ausreichend Restinsulin, wenn auch wenig, im Reservoir. Im anderen Fall passiert das in aller Regel nicht, weil dann der Füllstand bereits runtergezählt wurde und die Füllstandswarnung erfolgt bzw. die Anzeige gegen 0 geht bevor die Gewindestange zu Ende ist.
Das Ganze hat also einen recht weiten Toleranzbereich, so dass man sich als Anwender darüber schon mal ärgern kann. Jedenfalls wenn man das von einer Veo ganz anders gewohnt ist.

Irgendwann ist das Reservoir halt leer. So oder so. Die Warnmeldung habe ich so eingestellt, dass die Pumpe erst bei 10 Einheiten Restmenge warnt. Ich habe aber auch immer ein Auge darauf und plane auch mal einen vorzeitigen Wechsel ein. D.h. wenn ich noch 30 Einheiten Insulin im Reservoir habe wechsele ich das Reservoir auch schon mal vorzeitig, abhängig davon, was in den nächsten Stunden an Aktivität ansteht und ob absehbar ist, ob ich zum notwendigen Reservoirwechsel an einem Ort sein werde, an dem ich das in Ruhe erledigen kann oder nicht.

Die Praxis ist recht einfach

300 Einheiten Insulinmenge schafft man mit der Dana in der Praxis natürlich nicht. Bereits am Anfang gibt man statt der 300 bereits 280 ein. Das Justieren der Gewindestange „benötigt“ je nachdem weitere Einheiten und die Soft-Release-O Schläuche schlucken rund 18 Einheiten bis die Luft vollständig raus ist, so dass man unter Umständen mit rund 260 Einheiten oder weniger netto Startkapazität rechnen muss. Das klingt jetzt alles sehr kompliziert und unpraktisch. Ist es aber eigentlich nicht. Man muss sich aber von den 300 Einheiten verabschieden. 300 Einheiten hatte die Veo in der Praxis allerdings auch nicht ganz.

Also bei mir ist das Reservoirbefüllen kein Problem. Beim Einstellen der Füllmenge lasse ich ausreichend Puffer, die Warnung für die Restmenge habe ich auf Minimum gestellt und die Gewindestange lasse ich so wie vom Setter justiert. Dann bin ich auf der sicheren Seite und akzeptiere dafür unter Umständen eine geringe noch vorhandene Restmenge im Reservoir zu verwerfen.
Das was mich am meisten stört beim Reservoirwechsel ist die Geschwindigkeit beim Befüllen des Schlauches. Darauf werde ich eingehen, wenn es um die Infusionssets geht.

Ach ja, Thema Batterien. Viele stören sich an dem proprietären Batterieformat der Dana. Meine Batterien haben trotz permanenter Bluetooth Verbindung allesamt ca. 6 Wochen gehalten und ich habe immer eine Ersatzbatterie in meinem diabetischen „Werkzeugkoffer“. Da ich immer meinen Quartalsbedarf an Batterien vorrätig habe sehe ich darin kein Problem.

Um den Beitrag nicht zu lange auszudehnen schreibe ich im zweiten Teil meines Posts etwas zu den Infusionssets

Hier geht’s zum zweiten Teil meiner Erfahrungen.

Wie sind deine Erfahrungen mit der Dana Pumpe oder überlegst du noch welche Insulinpumpe für dich die Richtige wäre?

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