Meine Erfahrungen mit der Dana RS (Teil 2)

Im ersten Teil meines Erfahrungsberichtes „Meine Erfahrungen mit der Dana RS (Teil 1)“ habe ich im Wesentlichen über das Füllen und Einsetzen des Reservoirs geschrieben.

In diesem 2. Teil soll es hauptsächlich um die Infusionssets gehen. Meiner Meinung nach einer der Schwachpunkte der Dana Insulinpumpe.

Von Medtronic verwöhnt

Wie bereits erwähnt habe ich zuvor einige Jahre die Medtronic Veo getragen und dort fast ausschließlich die Sure-T Infusionssets mit 6mm Kanüle und 80cm Schlauchlänge. Die Sure-T Stahl-Katheter waren zu Beginn ganz und gar nicht meine Favoriten, allerdings habe ich sie im Laufe der Zeit sehr zu schätzen gelernt. Die Schlaufe mochte ich am Anfang gar nicht. Aber gerade die Schlaufe hat als Zugentlastung ihre Vorteile. Die Handhabung des Sure-T und die Haltbarkeit des Pflasters haben ihn dann doch recht schnell zu meinem Favoriten gemacht.
Erst spät habe ich dann auch noch die Mio Kunststoff-Kathteter benutzt und war damit ebenso zufrieden.

Welches Infusionsset hätten’s denn gern ?

Infusionssets für die Dana RS
Infusionssets für die Dana RS. Soft Release O, Orbit Micro, Easy Release und die Setzhilfe von MyLife

Im Vorfeld habe ich mir natürlich Gedanken gemacht welche Infusionssets ich bei der Dana RS nutzen würde. Leider machen die Koreaner aus dem international genormten Lueranschluss durch Spiegelung des Gewindes eine Sonderlösung, so dass die ganzen am Markt verfügbaren Luerkatheter keine Option für Dana Nutzer sind.

Bei Durchsicht des Sooil Angebotes war mir schnell klar, dass die hauseigenen Lösungen für die Dana mich alle nicht recht begeistern konnten. Immerhin wurde mit dem Soft-Release-O ein Infusionsset aus dem Hause Ypsomed angeboten, dass mir mehr zusagte.

Die erste Anprobe bei der technischen Einweisung bestätigte dann meine Befürchtungen bezüglich der Easy Release Katheter von Sooil. Die komische Kupplung die frei herumbaumelte war noch das kleinere Übel. Viel mehr mißfiel mir die Art und Weise, wie das Anlegen ablief. Die Schutzfolie am Pflaster ist nur mit Fummelei zu entfernen und da, wo der Sure-T zwei griffige Flügel zum sicheren Einstechen in die Haut bietet, wartet der Easy Release mit Nichts auf. Ich wusste gar nicht wo ich das Teil fassen sollte um nicht einerseits das Pflaster schon vorzeitig zusammenzupappen und andererseits die Nadel überhaupt einigermaßen gerade in die Haut zu stechen. Nee, das gefiel mir überhaupt nicht. Schnell war mir klar, dass ich allenfalls die im Startset enthaltenen Sets aufbrauchen würde und danach sofort auf den Soft-Release-O umsteigen würde.

Soft-Release-O hat das Rennen gemacht

Das Original des Soft-Release-O kannte ich schon aus einer Infoveranstaltung der Ypsopump und ohne ihn zuvor getestet zu haben, war dieser Kathteter mir ziemlich sympatisch. Ich hatte zwar nicht unbedingt vor einen Kunststoffkatheter zu meinem Hauptkatheter zu machen, aber leider kann man als Dana Träger nicht so aus dem vollen schöpfen, wie ein Medtronic Nutzer.

Zum Glück passen die Orbit Micro Stahlkatheter von Ypsomed auch an die Schläuche der Soft-Release-O, so dass ich damit auch eine Alternative in Stahl habe. Leider werden diese nicht mit einem auf die Dana passenden Schlauch angeboten, so dass man immer die Schläuche der Kunststoffvariante von Sooil benutzen muss.

Praktischerweise kann man für beide auch die Setzhilfe von Ypsomed verwenden, die nicht nur besser aussieht als diejenige von Sooil sondern auch noch kompakter ist. Stahlkatheter setze ich generell von Hand, Kunststoff aus Sicherheitsgründen wenn möglich immer mit der Setzhilfe.

Das Pflaster ist das Problem

Im Großen und Ganzen bin ich mit den gewählten Infusionssets, sowohl Stahl als auch Kunststoff, zufrieden. Die Kupplung funktioniert zuverlässig sofern man darauf achtet, dass man beim Einklipsen deutlich 2x das Klipsgeräusch hört. Es gibt allerdings 2 Punkte, die deutlich schlechter sind als bei den früher gewohnten Medtronic Sets.

Zum Einen hinterlassen beide Varianten, also Stahl und Kunststoff, nach dem Abnehmen deutlichere Spuren im „Pelz“ als die Medtronic Sets. Rund um das Einstichloch bleibt ein kleiner Kubbel, der sich erst nach Tagen zurückbildet. Außerdem ist das Einstichloch selbst größer. Das größere Problem stellt für mich aber die Haltbarkeit des Pflasters dar. Ok, als ich mit der Dana begonnen habe, waren wir mitten im tollen und heißen Sommer 2019 und bedingt durch häufiges Schwitzen hatten es die Pflasterkleber nicht unbedingt leicht. Allerdings hatten wir zuvor bereits heiße Sommer in denen die Medtronic Sets meistens einen guten Job gemacht haben.

Bei dem Soft-Release-O und bei dem Orbit Micro war das nicht so. Der krasseste Fall war, dass ich innerhalb einer Stunde bei der Gartenarbeit 3 Katheter verloren habe, die sich einfach so von der Haut lösten obwohl ich sie penibelst sauber angelegt und darauf geachtet hatte, dass die Haut ordentlich entfettet und trocken war.

Meine Lösung heißt Kinesiotape

Rocktape für Soft Release O Katheter
Rocktape für die Dana Soft Release O Katheter

Seitdem heißt meine Lösung für dieses Problem Kinesiotape. Dieses Tape setze ich seit einger Zeit bereits erfolgreich zur Sicherung meiner Dexcom Sensoren ein.

Wie sieht meine Lösung aus. Nun, ziemlich simpel. Von einem 5cm breiten Tape schneide ich mir ein 5cm langes Stück ab. Knicke es in der Mitte um, zeichne dann die Umrisse der Hälfte einer 20 Cent Münze mittig auf die Schnittkante und schneide diese dann mit einer scharfen Schere aus. Dann noch die Ecken des Tapes im 45° Winkel gekappt, fertig. Wenn der Katheter gesetzt ist das Tape drüber, ankoppeln und gut ist. Eine 20 Cent Münze passt perfekt von der Größe. So hat das bis jetzt immer gehalten.

Es werden im Netz auch immer wieder verschiedene Lösungen diskutiert entweder Luer Katheter mit Rechtsgewinde zu modifizieren oder modifizierte Reservoirkappen zu benutzen. Davon habe ich aber bisher abgesehen, weil mir das zuviel Gefummel ist bzw. die modifizierten Reservoirkappen unter Umständen zu Garantieproblemen beim Hersteller führen können. So jedenfalls einige Posts die ich dazu im Netz gefunden habe.

Die Schläuche sind dicker

Was ist sonst noch bezüglich der Infusionssets zu erwähnen?
Die Schläuche sind dicker. Sprich sie haben mehr Innenvolumen. Das merkt man beim Entlüften der Schläuche. War der Sure-T gleicher Länge mit rund 8 Einheiten Insulin gefüllt, braucht es beim Soft-Release-O meistens rund 17 Einheiten. Das hat zur Folge, dass man bei jedem Setwechsel am deutlich mehr insulin verwirft aber auch, dass der Entlüftungsvorgang deutlich länger dauert als bei einer Medtronic Veo Insulinpumpe. Das ist ein Punkt, der mich wirklich nervt an der Dana RS. Das ging bei der Veo tatsächlich schneller. Es handelt sich zwar nur um ein paar Sekunden, fühlt sich zumindest für mich wesentlich länger an und bremst für meinen Geschmack die Wechselsequenz unangenehm ein.

Was gibt es sonst noch zur Dana RS zu sagen?

Also zum Loopen ist die Dana wie gesagt eine tolle Pumpe weil alles außer Reservoirwechsel und Entlüften über das Smartphone bedient wird. Wenn ich nicht Loopen würde, würde ich sie allerdings wahrscheinlich nicht wählen.

Dafür ist das Bedienkonzept etwas zu altmodisch. Es fehlt mir z.B. ein Easy Bolus Knopf mit dem man mal schnell 2-3 Einheiten bolen kann ohne die Pumpe aus der Tasche zu holen.

Außerdem ist der Bolusrechner zumindest für mich unbrauchbar. Abgesehen von der Tatsache, dass es in Korea offensichtlich nur 4 feste Zeiträume für unterschiedliche Faktoren gibt ist die Eingabe von Faktoren viel zu grob. Je geringer die Insulinempfindlichkeit um so grober wirkt sich das aus. Das liegt an der gewählten Einheit bei der es zu einer Wertespreizung kommt. Würde man hier die Eingabe von Dezimalzahlen erlauben, wäre es kein Problem. Geht ja bei Nightscout auch.

Nun gut. Diese Frage stellt sich ja bei mir nicht aber wer die Dana RS ohne Loop einsetzen möchte, sollte die Pumpe diesbezüglich genau unter die Lupe nehmen.

Ich bereue es nicht im geringsten zu dieser bei uns immer noch recht exotischen Pumpe gegriffen zu haben.

Übrigens hat Steffi vom Blog „Steffs Leben mit Diabetes“ gerade ihren Bericht über die Dana RS gepostet. Bitte auch unbedingt lesen.
Klickediklick hier.

Ich freue mich über eure Kommentare und Fragen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.